Presse Archiv
Worte wie Bilder. Von Thessa Wolf
Ganz praktisch sieht das so aus: Weil die empfindlichen Zeichnungen nicht mehr als 50 Lux Licht abbekommen dürfen, wurden die Fenster mit weißen Rollos verdeckt. Darauf stehen die Sätze von Kleist, etwa aus "Kohlhaas", "Der Zweikampf" oder "Das Erdbeben von Chili". Und tatsächlich steht das japanische Schriftzeichen vom Pferd dem Tier entfernt ähnlich, scheint die Zeichenansammlung des Erdbebens zu wackeln. Auf Hegenbarths Werken wiederum erahnt man in Umrissen und Schemen fernöstliche Schriftzeichen.
(Quelle: http://www.sz-online.de/includes/beilagen/pdf-beilagen/pdf/immomag/page_52.html)
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Josef Hegenbarth Schau. Inspiration aus Fernost. Von Christiane Meixner
Die faszinierende Kabinettausstellung "Der östliche Hegenbarth" versammelt knapp 40 Werke, die den Einfluss ostasiatischer Techniken und Motive auf den Maler zeigen.
Indizien gab es immer. Der leichte, die dunklen Linien porös aufbrechende Strich, mit dem Josef Hegenbarth seine Menschen, Tiere und Sensationen auf helle Blätter bannte. Das Buch über ostasiatische Tuschemalerei in seinem Besitz. Und ja, auch die Zeichnungen von Guan Liang im Nachlass des Künstlers: In den fünfziger Jahren hielt sich der chinesische Maler eine Zeitlang in der DDR auf, die beiden Blätter widmete er Hegenbarth. Sie sind sich garantiert begegnet.
Für die private Hegenbarth Sammlung (Nürnberger Straße 49, bis 19. 5.) war all dies Anlass einer neuen, faszinierenden Kabinettausstellung. Der östliche Hegenbarth versammelt knapp 40 Werke. Es sind Arbeiten aus dem eigenen Bestand, Referenzwerke chinesischer Meister des Museums für Asiatische Kunst Berlin und nicht zuletzt von Exempeln aus dem Hegenbarth-Archiv, das in Dresdens Staatlichen Kunstsammlungen angesiedelt ist. Zusammen zeichnen sie das Bild eines Malers, der sich wie viele europäische Kollegen seiner Zeit von der Anziehungskraft fernöstlicher Motive und Technik mitreißen ließ. Doch Hegenbarth verinnerlichte den besonderen Umgang mit dem Pinsel und machte ihn zu seinem stilistischen Merkmal. Überflogenes Weiß heißt diese Kunst der chinesischen Malerei übersetzt. Dafür wird ein relativ trockener, mit wenig Tusche gefüllter Pinsel rasch über das Papier geführt. Die Linien, die sich daraus ergeben, wirken rissig und unterbrochen. Ein Duktus von eigenwilliger Schönheit, der die Motive temporeich, ihre Konturen fragmentiert wirken lässt.
Wer sich einsieht, dem fallen andere Künstler ein, deren Handschrift ästhetische Verwandtschaften zeigt. Das weiß auch die Sammlung mit ihrem Akzent auf der leichtfüßigen Vermittlung pädagogischer Inhalte. So bildet Der östliche Hegenbarth den Auftakt einer ganzen Reihe zum Thema Überflogenes Weiß, die Maler wie Thomas Baumhekel, Corinne Laroche oder Heinz Handschick vorstellen wird.
(Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/josef-hegenbarth-schau-inspiration-aus-fernost/22517490.html)
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Was lauert da, hinter den Tälern der Nase? Josef Hegenbarth hat Leute von der Straße geholt und gezeichnet - für Schriftsteller ein gefundenes Fressen. Von Karin Großmann
Niemand kennt diese Frau. Niemand weiß, wie sie heißt, was sie mag und welches Schicksal sie mit sich herumträgt. Sie bleibt anonym. Es könnte eine gewisse Frieda Ceuner sein, Mutter von sechs Kindern und verheiratet mit Otto, dem Gleisarbeiter. Diese Frau ist eine von vielen Passanten, die der Dresdner Maler und Grafiker Josef Hegenbarth von der Straße weg in sein Atelier bat. Er sammelte Köpfe wie andere Leute Heiligenbilder oder Bonbonpapier. Die Wirkung liegt in jedem Fall im Detail. Rund 300 solche Blätter blieben erhalten. Sie zeigen das Können des Meisters, der nur wenige Striche brauchte, um das Charakteristische einer Figur zu erfassen. Kaum zu glauben, dass diese Porträts nur Fingerübungen gewesen sein könnten.
Hegenbarth, 1884 geboren im Böhmischen, bezog 1919 ein Atelier im Künstlerhaus Dresden-Loschwitz. Zwei Jahre später kaufte er ein Haus in der Nachbarschaft. Dort in der Calberlastraße wohnte und arbeitete er bis zu seinem Tod 1962, und dort wird nun seine Kopfsammlung vorgeführt. Da sind sie alle festgehalten mit ihren arrogant verzogenen Augenbrauen, mit der trotzig-kindlichen Schnute, mit dem Misstrauen im Halbschatten. Was lauert da, hinter den Tälern der Nase?, fragt der Kunstwissenschaftler Florian Illies angesichts einer solchen Zeichnung und liefert die Antwort gleich mit: Hegenbarth verrät es nicht. Es kann alles sein.
Damit stehen die Türen zur Interpretation offen. Illies ist einer von sieben Schriftstellern, die das Hegenbarth-Archiv zur Mitarbeit einlud. Sie durften aus dem faszinierenden Fundus der Figuren wählen und eine eigene Geschichte hinzuerfinden. Es sollte mehr sein als der bewundernde, aber flüchtige Blick.
Die Neue Pinakothek in München hat dieses Prinzip vor Jahren mit dem Schriftsteller Ingo Schulze durchgespielt. Er schrieb Miniaturen zur Weltkunst als Monolog, Dialog, Brief oder Anklage, stilistisch an den Stil der Gemälde angepasst. Diesmal erzählt er in der Ich-Form von einem unfreiwilligen Aufenthalt auf dem Flughafen von Chicago, wo er mit anderen Passagieren in einem fensterlosen Raum hilflos auf seinen Pass wartet. Ihm fällt die betont aufrechte Haltung einer Frau auf, der schlanke Hals, ihr aufmüpfig dunkles Haar. Der Mann daneben scheint kaum zu ihr zu passen, ein schlecht rasierter Typ mit Alkohol und Wut im Bauch. Er heißt Michail Aaronowitsch, durfte im November 1989 als Fotograf zum ersten Mal ins Ausland, nach Berlin, und hat erst bei der Rückkehr vom Fall der Mauer erfahren. Deutschland habe ihn in eine Depression gestürzt, sagt die Frau, die sich als seine Dolmetscherin zu erkennen gibt.
Nichts davon ist in den zwei Blättern von Josef Hegenbarth zu sehen und doch alles, was Ingo Schulze erzählt.
Was du nicht siehst
Auf diese Weise werden die Zeichnungen umkreist, mal eng und mal weiter. Es ist frappierend, wie unterschiedlich die Autoren die Aufgabe lösen. Katharina Hacker erfindet einen Psychokrimi. Marcel Beyer liefert seine Sicht auf ein Frauenporträt im Gedicht. Julia Boswank übersetzt drei Köpfe in eine abstrakte Zeichensprache. Im Text des Dresdner Dichters Volker Sielaff spielt Hegenbarth eine Rolle als Liebhaber der Zirkuswelt und genialer Illustrator.
Die Ausstellung inszeniert ein bekanntes Spiel: Ich sehe was, was du nicht siehst. Frieda Ceuner zum Beispiel hat ihren Hut abgelegt, bevor sie dem Maler Modell saß. Mich hat noch niemand gemalt, müssen Sie wissen, nur mein Schwager Eduard hat mich zweimal fotografiert, in unserem Garten, unterm Kirschbaum, mit den Kindern. So plaudert Frau Ceuner fort und fort, erzählt vom Hochwasser in Gottleuba, das es 1927 wirklich dort gab das alles ist nicht nur glänzend erfunden, sondern auch präzise recherchiert von der Dresdner Autorin Undine Materni. Der Maler hätte seinen Spaß dran gehabt. Vermutlich war es ja vor allem die reine Menschenneugier, die ihn zu solchen Porträts trieb und die Einsamkeit des Ateliers.
Ausstellung im Hegenbarth-Archiv Dresden bis 4.11., geöffnet sonntags 15 18 Uhr, Eintritt 3 Euro, erm. 2 Euro
(Quelle: https://www.sz-online.de/nachrichten/kultur/was-lauert-da-hinter-den-taelern-der-nase-3933600.html)
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Probier’s mal mit Geschicklichkeit. Hegenbarth-Sammlung in Berlin. Von Andreas Platthaus
Josef Hegenbarth war einer der besten deutschen Zeichner des zwanzigsten Jahrhunderts. Eine Kabinettausstellung in Berlin zeigt nun, welchen Einfluss asiatische Kunst auf sein Werk hatte.
Im alten Westen von Berlin, der seit der Wiedervereinigung den Touristen- und Jugendtrubel weitgehend an Mitte abgegeben hat, sagen sich derzeit Spinnenaffe und Malaienbär gute Nacht. Zumindest im abgedimmten Kabinett der Hegenbarth-Sammlung Berlin, die sich im ersten Stock eines Eckhauses der Nürnberger Straße (gleich um die Ecke vom KaDeWe und dann ein längeres Stück der Sonne entgegen) eine ehemalige Büroflucht gesichert hat, in der das Ehepaar Breu nicht nur seit 2014 seine Privatsammlung zu Josef Hegenbarth zugänglich, sondern auch immer wieder kleine Ausstellungen macht, für die klug ausgeliehen wird vor allem natürlich vom Josef-Hegenbarth-Archiv in Dresden, wo der Nachlass des 1962 dort gestorbenen Künstlers aufbewahrt wird. Mit diesen Aktivitäten hat sich die Hegenbarth-Sammlung zu einem der sympathischsten Kunstorte der Hauptstadt entwickelt. Und Hegenbarth ist ohnehin einer der großen Verkannten.
Nicht dass ihn niemand kennte. Aber man kennt ihn unzureichend, nämlich vorrangig als Buchillustrator für Kinder- und Erwachsenenliteratur gleichermaßen, der in Weimarer Republik, Drittem Reich und DDR eine prägende Künstlerpersönlichkeit dieser Sparte war. Vor allem jedoch war der 1884 geborene Böhme einer der besten deutschen Zeichner des zwanzigsten Jahrhunderts, den über Jahrzehnte hinweg bestimmte Motivgruppen (Straßenszenen, Tiere, Zirkus) faszinierten, die er stets aus unmittelbarer Anschauung zu Papier brachte. Die Lebendigkeit seiner Pinsel- und Federzeichnungen ist vom Buchdruck nie ganz einzuholen gewesen.
Die aktuelle Ausstellung der HegenbarthSammlung trägt den Titel Überflogenes Weiß Der östliche Hegenbarth. Damit ist nicht etwa die politische Komponente Hegenbarths angesprochen, der sich in der Sowjetischen Besatzungszone für das Satiremagazin Ulenspiegel auch als (linientreuer) Karikaturist bestätigt hatte, sondern es geht um fernöstliche Einflüsse auf sein Werk. Die Selbstzeugnisse geben dazu nichts her, das Werk selbst dafür umso mehr: Wer sich Blätter mit Tier- und Landschaftsdarstellungen ansieht, erkennt im Pinselduktus sofort die Inspiration durch chinesische und japanische Tuschemalerei. Die Ausstellung beschränkt ihre ergänzenden Objekte auf chinesische Kunst von Guo Xus fünfhundert Jahre altem, unfassbar einfallsreichem Porträt eines daoistischen Unsterblichen bis zu Guan Liangs Theaterszenen aus den fünfziger und sechziger Jahren, die jeweils aus dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin stammen. Guan hielt sich 1957 einige Monate in Ost-Berlin auf und lernte dabei auch Hegenbarth kennen, mit dem er einige Zeichnungen tauschte.
Die Beschäftigung Hegenbarths mit ostasiatischer Kunst setzte aber schon in den späten zwanziger Jahren ein; in Dresden hat sich ein Buch über Tuschemalerei erhalten, das eine Freundin dem Künstler 1929 schenkte. In den dreißiger Jahren konnte man dann mit solchen Einflüssen punkten: Gerade japanische Kunst war bei den Nazis wohlgelitten, stammte sie doch aus einem verbündeten Land. Hegenbarth stand dem Regime fern und flüchtete sich oft in neutrale Tierzeichnungen, aber die Adaption asiatischer Zeichentechnik hatte er etwa mit Werner Peiner gemein, einem der Lieblingsmaler Hitlers.
Zu sehen sind in Berlin auch einige Bilder zum Roman Der Schneider himmlischer Hosen des italienischen Autors Daniele Varè. Noch im Krieg von Hegenbarth illustriert, aber erst danach als Buch publiziert, bot ihm die in China angesiedelte Handlung die Möglichkeit, seine Geschicklichkeit in asiatischen Dingen vorzuführen. Ein Glück, dass dieses Buch, das nach 1945 nicht mehr aufgelegt wurde, in der zur Sammlung gehörigen Bibliothek einzusehen ist. Ja, die ganze Schau ist ein Glück, und das mit gerade einmal 38 Objekten.
(Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/wie-asiatische-kunst-josef-hegenbarth-beeinflusst-hat-15539086.html)
Andreas Platthaus ist verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben bei der FAZ.
Überflogenes Weiß (I) Der östliche Hegenbarth
Ausstellung vom 22.2.-19.5.2018
Hegenbarth Sammlung Berlin
Nürnberger Straße 49
10789 Berlin
Tel: 030 23 60 99 99
Fax: 030 23 60 99 97
E-Mail: programm@herr-hegenbarth-berlin
http://www.herr-hegenbarth-berlin.de/de
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Josef Hegenbarth und der ferne Osten Ausstellung in Berlin. Von Ruedi Strese
Berlin - Vor einigen Monaten stellten wir auf dieser Seite die Berliner Hegenbarth Sammlung und ihre damalige Ausstellung zu den Illustrationen des Künstlers zu Schillers „Lied von der Glocke" vor. Nun gibt es interessante Neuigkeiten zu berichten, denn wieder gibt es in den Räumlichkeiten der Sammlung eine Schau, welche sich der Begegnung zweier Künstler widmet, nämlich des chinesischen Zeichners Guan Liang mit (natürlich) Josef Hegenbarth, sowie allgemein dem Einfluß der chinesischen Kunst auf dessen Schaffen.
Den Titel der Ausstellung, Überflogenes Weiß Der östliche Hegenbarth liefert eine Technik der chinesischen Kalligraphie, bei welcher die Farbe dünn, doch kraftvoll aufgetragen wird, bzw. ein gleichnamiges Werk des Dresdner Gegenwartskünstlers Thomas Baumhekel (*1963), welches den Bilderreigen eröffnet.
Bekannt ist Josef Hegenbarth (1884-1962) ja vor allem durch seine zahlreichen Illustrationen für Bücher und Zeitschriften wie den Simplicissimus. Sein sehr eigener, rauher und minimalistischer Stil läßt sich erkennbar der Moderne, doch kaum einer von deren bekannten Strömungen zuordnen. Die Tuschezeichnung bildet den Grundstock des Werkes, oft durch Wasserfarben erweitert. Bisweilen fühlt man sich an die Skizzen Edgar Degas erinnert - auch Degas war ja bekanntermaßen fernöstlich inspiriert; wie viele seiner Zeitgenossen bewunderte er die japanischen Farbholzschnitte.
In der direkten Gegenüberstellung der Pinselzeichnungen Hegenbarths mit den Werken der chinesischen Künstler, mehrheitlich Leihgaben des derzeit wegen Umzugs geschlossenen Museums für Asiatische Kunst wird jedoch klar, daß der chinesische Einfluß bei Hegenbarth weit tiefer und persönlicher war, fernab jeglicher Mode wie jener des Japonismus, welche Degas, van Gogh, Gauguin usw. in ihrer Zeit folgten.
Auch beschränkte sich diese Inspiration nicht auf die Begegnung mit Guan Liang (1900-1986), welcher im Rahmen einer chinesischen Künstlerdelegation 1957 die DDR besuchte und Hegenbarth zwei (ebenfalls zu besichtigende) Tuschzeichnungen mit Widmung überließ. Thematisch ist ein chinesischer Bezug spätestens 1928 zu belegen (Chinesische Artisten, Aquarell und Leimfarbe); von Stil und Atmosphäre sind zwei herrliche Pinselzeichnungen von 1940 (Der Schneider himmlischer Hosen) und 1952/53 (Waldinneres) die klarsten Beispiele.
Überflogenes Weiß (I) Der östliche Hegenbarth wird noch bis zum 19. Mai 2018 zu besichtigen sein. Es handelt sich hier erneut eine sehr beachtenswerte Ausstellung; durch schriftliche Zeugnisse wenig belegt, wird durch die gemeinsame Betrachtung chinesischer und hegenbarthscher Arbeiten ein wesentlicher Schlüssel zum Verständnis des Werkes dieses Dresdner Meisters greifbar.
Die Hegenbarth Sammlung Berlin befindet sich im ersten Obergeschoß in der Nürnberger Straße 49 in 10789 Berlin, im Eckhaus zur Augsburger Straße, nur wenige Gehminuten vom Breitscheidplatz entfernt. Es gibt eine Klingel, nach deren Benutzung dem Besucher von Dienstag bis Freitag von 12 bis 16 Uhr Einlaß gewährt wird, nach Voranmeldung unter kunstvermittlung@herr-hegenbarth-berlin.de oder 030/236099-99 sind auch andere Zeiten möglich. Die Besichtigung ist kostenfrei.
(Quelle: https://art-depesche.de/malerei/383-josef-hegenbarth-und-der-ferne-osten-â-ausstellung-in-berlin.html)
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Hegenbarths Wahlverwandschaft. Der Einfluss der chinesischen Tuschmalerei auf Hegenbarth. Von Karolina Wrobel
Es war ein kleines, aber geöffnetes zeitgeschichtliches Fenster, das der in der DDR lebende Maler und Zeichner Josef Hegenbarth nutzte: Während die Bundesrepublik Deutschland erst 1972 diplomatische Beziehungen zu China aufnahm, war die von der DDR ausgehende Verbindung gleich 1949 initiiert worden.
Der Austausch innerhalb der bilateralen "sozialistischen Kultur" vollzog sich kaum mehr als eine Dekade lang, da die chinesische Kulturrevolution sie bis 1976 zum Erliegen brachte. Und trotzdem: Der chinesischen Künstler Guan Liang (1900-1986) mag Hegenbarth wohl auf seiner Reise 1957 durch Ost-Deutschland getroffen haben. Darauf deuten jedenfalls die Hegenbarth gewidmeten zwei Tuschezeichnungen hin, die sich in Hegenbarths Nachlass befinden. Nicht nur diese Zeichnungen dienten ihm wohl als Inspirationsquelle. Seine Beschäftigung mit ostasiatischer Kunst lässt sich anhand der im Nachlass befindlichen Literatur und Artefakte nachvollziehen. Und auch seine Motivwahl sowie die über Jahre entwickelten technischen Finessen seiner Zeichnungen lassen auf die künstlerische Wahlverwandtschaft seines Schaffens schließen. Die Hegenbarth Sammlung Berlin beleuchtet den Einfluss der chinesischen Tuschmalerei auf die Pinselzeichnungen von Josef Hegenbarth. Unter dem Titel Der östliche Hegenbarth werden Werke des deutschen Künstlers von Werken aus dem Museum für Asiatische Kunst Berlin flankiert. Zu sehen gibt es Rollbilder und Albumblätter der Künstler Guan Liang, Guo Xu (1456-1532), Wen Shu (1595-1634), Gao Fenghan (1683-1749) und anderer.
Der östliche Hegenbarth
22.2. 19.5.2018
Hegenbarth Sammlung Berlin
Nürnberger Str. 49
D-10789 Berlin
Tel.: 49-30-23609999
Di Fr 12 16 Uhr
Eintritt frei
www.herr-hegenbarth-berlin.de
(Quelle: kunst:art 60, März April 2018, S. 22)
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Josef Hegenbarths Illustrationen zu Schillers Lied von der Glocke. Von Ruedi Strese
Berlin - Schillers „Lied von der Glocke“ gehört sicher zu den bekanntesten deutschen Gedichten und ist einige Male illustriert worden, darunter von namhaften Künstlern wie Ludwig Richter oder Ernst Erwin Oehme. Auch Josef Hegenbarth hat sich in insgesamt 32 Aquarellen und Rötelzeichnungen mit dem Stoff befaßt; die Hegenbarth Sammlung Berlin stellt diese interessanten Arbeiten noch bis in den Januar 2018 öffentlich aus.
Josef Hegenbarth, geboren 1884 in Böhmisch Kamnitz, gestorben 1962 in Dresden, Cousin von Emanuel Hegenbarth und Onkel des Digedags-Erfinders Johannes Hegenbarth (bekannt als Hannes Hegen), machte seine künstlerische Ausbildung an der Dresdner Akademie bei dem Spätimpressionisten Carl Bantzer sowie bei Oskar Zwintscher, später war er Meisterschüler Gotthardt Kuehls, eines frühen Vertreters der deutschen impressionistischen Freilichtmalerei.
Früh fand er seinen Schwerpunkt als Illustrator, er arbeitete zunächst für Zeitschriften wie „Die Jugend“ oder den „Simplicissimus“ und nach dem Zweiten Weltkrieg dann für den „Ulenspiegel“ und „Der Simpl“. Hegenbarth gehört zu den bekanntesten Illustratoren der DDR und bebilderte im Laufe seines Lebens eine große Zahl von Büchern, vor allem Märchen und Werke der Weltliteratur von Shakespeare, Gogol, Goethe, Eichendorff, Hauff, Tucholsky, Cervantes usw.
Zweifellos war er der künstlerischen Moderne zuzurechnen, entzog sich dabei jedoch mit seinen lebendigen, zwischen Figürlichkeit und Abstraktion schwebenden Darstellungen deren gängigen stilistischen Kategorisierungen.
Das „Lied von der Glocke“ wurde 1799 verfaßt; die nun in den Räumen der Hegenbarth Sammlung gezeigten Illustrationen entstanden im Jahr 1922. Zu den 30 Strophen gibt es 32 Zeichnungen, in welche die Verse von Hand hineingeschrieben wurden, sie sind nicht ganz deckungsgleich. Die zehn Strophen, in denen Schiller den Fertigungsprozeß beschreibt, wurden von Hegenbarth durch äußerst dynamische Rötelzeichnungen illustriert. Der größere Teil des Gedichtes wird indes durch Betrachtungen zu den möglichen Anlässen des Glockenläutens gebildet, hier bediente sich Hegenbarth einer Verbindung von Tuschezeichnung und kräftigen Aquarellfarben.
Es handelt sich bei dieser Schau um ein Kleinod, welches für Freunde klassischer Literatur und Kunstliebhaber gleichermaßen von Interesse sein dürfte. Sie endet am 27. Januar 2018. Eine Veröffentlichung dieser Zeichnungen in Buchform ist seitens der Hegenbarth Sammlung in Arbeit und soll noch im Jahr 2017 erscheinen.
Neben der gegenwärtigen Ausstellung gibt es auch ein Bibliothekszimmer, welches vorrangig von Hegenbarth illustrierte Bücher enthält; weiterführende Fragen werden ebenfalls gerne beantwortet. Als Ausblick sei erwähnt, daß für das Jahr 2018 eine Ausstellung von Hegenbarths Illustrationen zum Nibelungenlied sowie für 2019 jener zu Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“ vorgesehen ist.
Die Hegenbarth Sammlung Berlin befindet sich im ersten Obergeschoß in der Nürnberger Straße 49 in 10789 Berlin, im Eckhaus zur Augsburger Straße. Es gibt eine Klingel, nach deren Benutzung dem Besucher von Dienstag bis Sonnabend von 12 bis 18 (Mittwoch bis 20 Uhr) Einlaß gewährt wird, nach Voranmeldung sind auch andere Zeiten möglich. Die Besichtigung ist kostenfrei.
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Im Hause Hegenbarths. Studenten setzen sich mit dem Werk von Josef Hegenbarth auseinander. Von Karolina Wrobel
Es ist eine ganz eigene Schule der Beobachtung, die es mit den Augen des Künstlers Josef Hegenbarth (1884-1962) zu entdecken gilt. In seinen Bildern nimmt er mal die Perspektive eines Voyeurs ein, mal die eines politischen Karikaturisten. Doch jedes Mal wird seine Hand von der präzisen Erinnerung an Stadträume, Situationen und Gesichter geleitet. Wo er sich auf die Wirklichkeit bezieht, da reichen wenige skizzenhafte Andeutungen, um den Moment einzufangen. Dagegen offenbaren seine Buch-Illustrationen, wie sehr Hegenbarth noch aus der Literatur und also damit aus einer fiktiven Welt Visualität schöpfen konnte. Die Spannweite seiner Arbeiten reicht vom Malerischen über den ruppigen Strich bis hin zur abstrakt anmutenden Skizze.
In einer Ausstellung lassen nun Studenten aus Berlin und Leipzig Hegenbarths Beobachtungskunst in einen Dialog mit ihrer eigenen künstlerischen Perspektive treten. Denn die Unmittelbarkeit der Handschrift des Meisters, die in ihrer Stilistik nicht zuletzt den Moment der Beobachtung spürbar macht, sind viel mehr als nur ein Fenster der klassischen Moderne, Wie sie mit der Gegenwart in Beziehung stehen, das zeigen die Studenten. Eine Bühne hierfür bietet ihnen die 2014 eröffnete Hegenbarth Sammlung Berlin. In der Ausstellung "Why did the artist cross the road?" stellen die Nachwuchskünstler der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig eigens erarbeitete neue Arbeiten vor. Diese beziehen sich auf rund zwanzig ausgesuchte Werke Josef Hegenbarths, die zeitgleich zu sehen sind. Skizzenhaft und im schnellen Duktus verhandelt etwa der Künstler Lukas Weiß in seinen Holzschnitten den Stadtraum. Ausgerechnet durch die Übersetzung in den Holzschnitt erreicht er eine überraschende Annäherung an Hegenbarths Stilistik. Schwarz-Weiß-Hochdrucke mit satirischem Inhalt präsentiert wiederum Christian Bold unter dem Titel "Avanti", wenn er einen Frosch auf einen Hahn aufsatteln lässt und sie in die Revolution entlässt. Von der Strichführung Hegenbarths ließ sich wiederum die Künstlerin Jennifer König inspirieren. Ihre Pinselzeichnungen muten wie kalligrafische Zeichnungen an. Gleichzeitig bestechen sie durch naheliegende Assoziationen mit abstrahierenden Landschaften.
Wie diese Arbeiten der jungen Künstler mit denen des Meisters in Dialog treten, das machen die Studenten vom Institut für Kunstdidaktik und Ästhetische Bildung an der Universität der Künste den Ausstellungsbesuchern zugänglich. So erscheinen zwei Hefte, in denen Texte zum einen den künstlerischen Dialog zwischen Hegenbarth und den Leipzigern nachvollziehbar machen, zum anderen Hegenbarths Perspektive noch deutlicher hervorheben. So wird der Ausstellungsbesucher in eine ungewöhnliche Interaktion mit der präsentierten Kunst hineingezogen. Ihm stehen auch Audioguides zur Verfügung, die mit kunstvoll hineingeschnittenen Alltagsgeräuschen die visuelle Wahrnehmungswelt der Bilder noch mal ergänzen. Eine Filmdokumentation zeigt zudem, wie das Ausstellungskonzept von allen Beteiligten realisiert wurde.
Karolina Wrobel lebt in Berlin und schreibt seit vielen Jahren regelmäßig für kunst:art.
Why did the artist cross the road?
2.3. - 13.5.2017
Hegenbarth Sammlung Berlin
Nürnberger Str. 49
D-10789 Berlin
Tel.: 49-30-23609999
Di - Sa 12 - 18 Uhr
Eintritt frei
www.herr-hegenbarth-berlin.de
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Zeichnungen der Gegenwart. »Hegenbarth + 14« - in der Galerie Parterre. Von Klaus Hammer
Die Zeichnung versteht sich als unmittelbare Wahrnehmung dessen, was der Künstler spontan einfängt oder sich vorstellt. Es wird etwas festgehalten, was nur in diesem einen Augenblick so und nicht anders existiert. Als knappe Verkürzung auf das Wesentliche kann sich ihre Aussage dabei bis zur Chiffre verdichten. Durch Reduktion der Form mitunter bis zum Andeuten einiger weniger Striche ist der Zeichnung das Fragmentarische eigen. Einmal aber aufs Papier geworfen, überdauert das festgehaltene Sujet Künstler und Zeiten und gibt zugleich Aufschluss über den besonderen Zustand des Künstlers, in dem er sich befunden hat, seine Sichtweise, seine künstlerische Methode.
Dieser Beziehung von »Moment und Dauer«, von der Flüchtigkeit des Augenblicks und dem Bleibenden, der Substanz der Zeichnung geht die Ausstellung »Hegenbarth 14« der Galerie Parterre in Zusammenarbeit mit dem Berliner Kabinett e.V. nach. Um ein ganzes Konvolut von Blättern Josef Hegenbarths aus der Hegenbarth Sammlung Berlin gruppieren sich Zeitgenossen des Künstlers wie Otto Dix, Karl Hubbuch, Wilhelm Rudolph oder Fritz Wrampe wie auch Nachfolgende von Horst Janssen, Egmont Schaefer, Dieter Goltzsche, Joachim John bis Marc Gröszer, Laura Bruce, Agnes Grambow, Michael Kutzner und Micha Reich. Das mag auf den ersten Blick ziemlich willkürlich erscheinen, ist aber eben als eine subjektiv getroffene Auswahl zu verstehen. Und wenn damit die Künstler und ihre Blätter in neue, ungewohnte Beziehungen gestellt werden können, sich dabei neue Aspekte der Betrachtung eröffnen, kann das auf jeden Fall ein Gewinn sein.
An Blättern zur Bibel und zur Literatur, zum Zirkus, zum Zoo und zum Karneval, zum Kaffeehaus, zu Passanten, Porträts, aber auch an einzigartigen Tierdarstellungen kann hier Hegenbarths Virtuosität als exzellenter Zeichner, die durchgeistigte Sinnlichkeit der auf Wesentliches konzentrierten Illustrationen über den Schaffenszeitraum von mehreren Jahrzehnten eindrucksvoll erlebt und studiert werden. Dabei hielt sich der Dresdner Künstler jeweils nur an das Motiv, die Szenerie ringsum erfand er sich selbst. Der »Zug ins Groteske« musste sich bei Hegenbarth, wie er selbst gestand, im »leichten Erschrecken« über die Wirklichkeit erschöpfen. Dabei ging es ihm bei seinen Darstellungen nicht so sehr um Psychologie als vielmehr um den physiognomischen Ausdruck. Und dann wiederum wandelt sich die Individualität zum Typus, und das Groteske hält nun auch Einzug ins Porträt.
Otto Dix’ drastisch zupackende Formulierung kommt in seinem Hegenbarth-Porträt (1961, Bleistift auf Papier) zum Ausdruck. Es zeigt einen kahlen Schädel, die tiefliegenden Augen, die halbgeschlossenen Lider, die plastisch modellierten Gesichtszüge verleihen dem Porträtierten eine in sich ruhende, nachdenkende, aber dennoch selbstbewusste Kraft. Neben Grosz und Dix zählt Hubbuch zu den prominenten Vertretern des Verismus und der Neuen Sachlichkeit, einer gegenstandsbezogenen, genau beobachtenden Bildsprache. In einer oftmals fragmentierenden und reflexartigen Form des Bildes wird die Schnelllebigkeit des Gegenwärtigen gefeiert.
Fritz Wrampe, der nach Depressionen immer wieder sein eigenes Werk zerstörte, gibt in seinen Zeichnungen aus einer rückblickenden »Innenschau« spontane persönliche Erlebnisse, auch aus seinen obsessiven Beobachtungen entstandene Sujets, wieder. So rücksichtslos Wilhelm Rudolph das armselige und elende Dasein des alten »Lumpensammlers« (um 1935) enthüllt, so sehr strebt er im Dresdner Stadt- und Landschaftsbild nach Weite, lässt er Straßen sich tief in den Hintergrund ziehen, gibt er Plätzen bedeutende Ausmaße. Egmont Schaefer wiederum hat zwar das mitunter schrille und farbenfrohe Leben der Metropole Berlin festgehalten, doch entstammen seine Zeichnungen vorwiegend seiner künstlerischen Phantasie, topographische Genauigkeit hat er nicht angestrebt.
Laura Bruce irritiert mit ihren großformatigen Landschaften, in denen »Magisches passieren kann, wo nichts sicher oder vorhersagbar ist«, wie sie sagt. Bei Dieter Goltzsche löst sich dagegen die gegenständliche Welt in Chiffren und Hinweisen auf, die den deutungswilligen Betrachter in wahre Labyrinthe führen. Immer bleiben Bildreste, instabile, schwebende Strukturen, Linien, die sich umschlingen und sich dann im Ungewissen verlieren.
Nicht immer erschließen sich die Arbeiten von selbst. Warum gerade Horst Janssens Vorzeichnungen für den Radierzyklus von »Laokoon« (1986), einer sinnbildlich aufgeladenen grafischen Verschlingung von Körpern und Pflanzen, gezeigt werden, hätte doch der Kommentierung bedurft. Sie sind ohne Kenntnis der kurzen Liebesgeschichte, die von Janssen wie alles, was er tat, obsessiv betrieben wurde, nicht zu verstehen. Vielleicht wäre eines seiner Selbstbildnisse, in dessen Verzerrungen der Künstler dem abgründigen Selbst nachspürt, überzeugender gewesen.
»Moment und Dauer. Hegenbarth 14.« Bis 29. Januar (2017), Mi - So 13 - 21, Do 10 - 22 Uhr, Galerie Parterre, Danziger Str. 101, Prenzlauer Berg. Arbeitsheft XIV 18 Euro.
([Quelle: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1038801.zeichnungen-der-gegenwart.html)
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Teufels Großmutter. Und "Zwei auf einen Streich": Ausstellungen über den Zeichner Josef Hegenbarth
Zwei auf einen Streich! Das ist, in Abwandlung, ein Grimm′sches Märchen. Und es sind literarische Illustrationen von Josef Hegenbarth und Max Lingner. Ein Wechselspiel von Pinsel- und Federzeichnungen, Aquarellen und Lithografien wie auch illustrierte Bücher der beiden Künstler zu Werken der Weltliteratur, zu sehen in der Berliner Hegenbarth-Sammlung. Josef Hegenbarth (1884-1962 ) und Max Lingner (1888- 1959) lernten sich 1908 während ihres Studiums bei Carl Bantzer an der Dresdener Akademie kennen. Hegenbarth blieb nur kurz in der Klasse, Lingner beendete sein Studium 1914. Danach standen beide in Verbindung, wenngleich sich ihre Lebensläufe weit auseinanderbewegten. Hegenbarth blieb in Dresden, Lingner ging nach Paris, kehrte erst nach dem Krieg zurück - nach Ost-Berlin, wo er dann das große Wandbild am heutigen Finanzministerium in Mitte malte.
Hegenbarth machte auch zahlreiche Illustrationen für Verlage und Magazine. Und er illustrierte Grimms Märchen, etwa "Der Teufel und seine Großmutter", wo der Drache den Leuten das Lesen befiehlt. Wie hintergründig und lustig. Wesensverwandtes zeigt sich in Lingners Blättern. In denen stecken Witz und Esprit. Schön, diesen Dialog zu erleben.
Die Schau "Moment und Dauer" in der Galerie Parterre zeigt eine konzentrierte Auswahl von Blättern Hegenbarths. Der "Flaneur von Dresden" fand seine Motive fast alle vor der Haustür: Szenen des Alltags. auf der Straße, im Park, in der Trambahn, im Kaffeehaus wie in der Wärmestube, im Kabarett und Theater, im Zirkus und Zoo. Man erlebt die Flüchtigkeit des Augenblicks, zugleich das Bleibende, die Substanz. Und auch die wunderbare - humorvolle - Verschmelzung zwischen Moment und Ewigkeit. So in Blättern zur Bibel, zum Nibelungenlied. Zudem setzen sich heutige Zeichner in Beziehung zu Hegenbarth. Ein vielstimmiger Dialog.
(ir)
Hegenbarth-Sammlung, Nürnberger Str. 49 (erste Etage) [Berlin]. Bis 17. Dezember [2016], Mo-Sa 12-18 Uhr, Schau in Zusammenarbeit mit der Max-Lingner-Stiftung Berlin.
Galerie Parterre, Danziger Str. 101 [Berlin], bis 29. Januar [2017], Mi-So 13-21 Uhr/Do bis 22 Uhr. Eintritt jeweils frei.
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Maler Josef Hegenbarth. Auf leisen Flügeln. Eine private Berliner Sammlung widmet sich dem Werk des Malers Josef Hegenbarth und greift ein großes Thema seines Schaffens auf: Tiere. Von Christiane Meixner
Nicht weit vom Berliner Zoo versammelt sich in einem eher kleinen Gehege eine ziemliche Menagerie. Hier laufen Hunde übers Papier oder lassen sich gleich zum Geschäft nieder wie auf einer körnigen Schwarz-Weiß-Fotografie von Karin Székessy aus dem Jahr 1964. Ein winziger Elefanten stampft bei Ayse Erkmen durch die Savanne, sanfte Kühe mit überlangen, femininen Wimpern blicken einen aus den Aquarellen von Piotr Dluzniewski an. „Gestatten Sie bitte, daß ich liegen bleibe“, nennt der Künstler aus Köln seine feinen, in diesem Jahr entstandenen Blätter.
Auch ein übergroßes „Meerschweinchen“ in Öl hängt an der Wand. Cornelius Völker hat es 2003 gemalt und vor eine monochrom blaue Fläche gesetzt, die den Nager überaus artifiziell wirken lässt. Hängend hat auch der Hase in Mark Dions Siebdruck von 2015 sein Leben beendet, ein Hinweis des des US-amerikanischen Künstlers auf die opulenten Stillleben früherer Jahrhunderte. Aus einer übermalten Radierung von Michael Wutz schauen lauter Augen in die Ausstellungsräume. Man fühlt sich beobachtet und ist zugleich fasziniert von der Beharrlichkeit, mit der die von Wutz ausgewählten Tiere ihrerseits den Gast in den Blick nehmen.
„Tiere schauen“ heißt denn auch zweideutig die Schau. Knapp hundert Arbeiten nehmen Wände und Rollschränke in Beschlag, die Zahl der teilnehmenden Künstler ist auf den ersten Blick unüberschaubar. Bloß einer taucht verlässlich immer wieder auf: Josef Hegenbarth, Maler und Illustrator, 1884 in Böhmen geboren, seit seiner Jugend in Dresden ansässig und 1962 dort verstorben.
Ihm gilt die zentrale Aufmerksamkeit jener Sammlung, die hinter der sehenswerten Ausstellung steht und mit „Tiere schauen“ nun ihr zweites Projekt in Berlin verwirklicht. Das Debüt gaben Jutta und Christopher Breu mit einem Blick in ihre private Hegenbarth-Sammlung als Teil der Familienstiftung. Ein anderer Part, das Josef-Hegenbarth-Archiv im einstigen Wohnhaus des Künstlers an der Elbe, gehört als Kunstmuseum zum Kupferstichkabinett und damit zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
In der aktuellen Schau hat das Ehepaar nun ein erstes Thema aus dem großen Werk von Hegenbarth gewählt, das ihn mit anderen, vielfach zeitgenössischen Künstlern verbindet. Tiere als Modelle, Symbole oder gequälte Kreaturen wie in Hegenbarths Pinselzeichnung „Die Tiere des Zuchthauses“ (1959), in der ein Hund geschlachtet wird. Im Kontrast dazu hat Ewald Mataré seine ewig zeitlosen Bronzen von ruhenden Kühen und Kälbern an der Schwelle zur Abstraktion geschaffen. Nicht zu vergessen Renee Sintenis mit ihren zarten Rehen oder HAP Grieshabers Holzschnitt eines „Affenurgroßvaters“ (1962). Einem Zeitgenossen wie Guillaume Bruère gelingt es, ausgestopfte Federkleider aus dem Naturhistorischen Museum in Wien dank hypernervösem Duktus und farbsatten Kreiden zu neuem Leben zu erwecken. Schließlich Stephen Wilks, der als Performer im Eselskostüm durch Tierparks gezogen ist und von ihren Bewohnern mit größter Aufmerksamkeit beargwöhnt wird.
35 Positionen sind es insgesamt, mit ihnen zieht ein Jahrhundert Kunstgeschichte vorbei: Max Ernst, Victor Vasarely, Leiko Ikemura, Nanne Meyer, Roman Frechen. Vieles, darunter nicht bloß von Hegenbarth, stammt aus der Sammlung , anderes aus den Ateliers zeitgenössischer Künstler und ein geringer Teil aus Galerien. So wird es auch weitergehen in der Etage „Herr Hegenbarth“, mit drei bis vier Ausstellungen pro Jahr, zu denen einem vor den Arbeiten des Künstlers gleich noch mehr Themen einfallen - Menschen, Urbanes, Illustrationen. Es gibt ein museumspädagogisches Angebot und diverse Veranstaltungen. Hegenbarth sei „der Impulsgeber“ ihrer Idee gewesen, sagt Christopher Breu. Inzwischen ist das Projekt als „Ort der Muße“ mit einer kleinen Bibliothek kräftig gewachsen - so sehr, dass der Gestalter Breu an die Tür seines Büros ein Wort geklebt hat, das seine Rolle unmissverständlich auf den Punkt bringt: Cirkusdirektor.
(Quelle: http://www.tagesspiegel.de/kultur/maler-josef-hegenbarth-auf-leisen-fluegeln/12191728.html)
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Die Welt im Pinselstrich. Geheimtipp: Hegenbarth in der Alten Feuerwache Eichwalde. Von Harald Kretzschmar
Er war ein ganz außergewöhnlicher bildender Künstler: Josef Hegenbarth, 1884 bis 1962. Früh aus dem böhmischen Raum in die Kunstmetropole Dresden gekommen, entfaltet sich spät sein künstlerisches Ingenium zu einer größeren Ausstrahlung. Zeichnerisch scharf und malerisch bewegt inszeniert er voller Phantasie menschliche und tierische Lebensabläufe. Vital hochgespannt und doch hypersensibel zerbrechlich, bewältigt er bis ins hohe Alter ein immenses Arbeitspensum als Illustrator der Meisterwerke der Weltliteratur. Mit großem literarischen Einfühlungsvermögen übersetzt er dramatische und sagenumwobene, prall drastische und tief poetische Texte ins Bildliche.
Das wissen noch viele, durch derart mustergültig illustrierte Bücher gebildete Mitbürger und Mitbürgerinnen. Manch einer, wissend um solcherart »Schatzhalter« geistiger Anregung, sammelt diese Bücher. Stellt sie im Bücherregal in eine Reihe mit den von Max Schwimmer oder Werner Klemke bebilderten Werken. Ganz wenige aber haben Gelegenheit, originale Werke, also Handzeichnungen selbst systematisch zu sammeln. Gerade bei Hegenbarth ist die Verlockung groß, hat er doch zeitlebens intensiv vor der Natur gezeichnet. Schwarzweiß mit vielen spannenden Grauwerten. Dann aber in hochkultiviert farbige Pinselimprovisationen übersetzt. Dank der ganz trocken aufgetragenen Leimfarbenstrukturen voller schwirrender Luftigkeit. Markant akzentuiert von scharfen graphischen Chiffren.
Die auf Zeichenkarton festgehaltenen Szenen sind ein idealer Wandschmuck im kultivierten Ambiente eines Wohnraums. Das erlaubt ein Leben mit Kunst als Teilhabe an der künstlerischen Aura, die Meisterwerke ausstrahlen.
Nur schade, wenn das auf Dauer auf einen privaten Lebensbereich beschränkt bleibt. Gelobt der Sammler, der wagt, damit unter Wahrung seiner Anonymität an die Öffentlichkeit zu gehen. Seine Persönlichkeit kommt genügend zur Geltung in der Auswahl dessen, was eben gerade er sammelte. Genau dieser Glücksfall ist jetzt eingetreten in der neuesten Ausstellung in der Alten Feuerwache Eichwalde bei Berlin. 13 farbige Blätter aus verschiedenen Lebensphasen, eins schöner sprich charakteristischer als das andere. Musterbeispiele einer Farbkultur, die man heute in Büchern und Zeitschriften (wo sie hingehört) nur noch in Spurenelementen vorfindet. Die Sujets z.B. Kinderfasching oder eine Kolonne von Trümmerarbeitern, Enten und Tauben oder ein Berberlöwe. Dazwischen immer wieder das markante Schwarz: Ebenfalls 13 Pinselzeichnungen mit Porträts, Figurenstudien, Menschen auf der Straße, Wasservögeln und einem Adler. Filigrane Zartheit, übersteigerte Bewegung. Gesten, Mienen, knapp angerissen ein Milieu. Eben Zeichenkunst vom Besten. In der oberen Etage Beispiele von Radierungen und Lithografien. Erstere nur für den frühen, noch suchenden Meister typisch, die anderen eher beiläufig entstanden.
Bei dieser Auswahl und im Vergleich der Blätter untereinander wird klar, wie beweglich nicht nur der Zeichner selbst agierte, sondern wie virulente Bewegtheit überhaupt alles prägte, was er schuf. Ein zeichnender Psychologe erkundet die Seele der Lebewesen. Oder umgekehrt – die Seele liegt in der Bewegung. Die bizarre, fast erotische Energie seines Pinselduktus reißt jegliche Oberflächlichkeit auf. Er seziert förmlich und legt in Bewegungsabläufen das Wesen der Erscheinung frei. Das unterscheidet ihn sogar von ebenbürtigen Zeitgenossen wie Alfred Kubin und Hans Fronius, die ebenfalls aus dem zum Fantastischen neigenden böhmisch-österreichischen Kulturbiotop kamen.
Ich hatte Gelegenheit, letzten Freitag im überfüllten Saal des kleinen Ortskulturzentrums das Ereignis zu eröffnen. Meine Gedanken waren insofern sehr persönlich, als ich gerade diesem Meister als nie nachgeahmtes, aber immer präsentes Vorbild unendlich viel zu verdanken habe. In seiner unmittelbaren Nachbarschaft aufgewachsen, mit seinem Nachkriegs-Dresden vertraut, wurde ich in einer gründlichen Konsultation von ihm auf meinen ureigenen Weg gelenkt. Seine enorme geistige und körperliche Disziplin bis ins höhere Alter versuche ich noch heute nachzuleben. Nach der Devise, immer dem Menschen, dem Leben auf der Spur zu bleiben und im zeichnerischen Strich eine Welt nacherlebbar einzufangen.
Josef Hegenbarth. Werke aus einer privaten Sammlung. Alte Feuerwache Eichwalde Bahnhofstraße am S-Bahnhof-Ausgang Bis 10.2. geöffnet, Do – So 15 – 18 Uhr.
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Szenen aus dem Leben. Zeichnungen von Josef Hegenbarth aus den Jahren 1930 bis 1960. Ausstellung im Josef-Hegenbarth-Archiv Dresden 11.07.-31.10.06
Die neue Sonderausstellung im Josef-Hegenbarth-Archiv präsentiert eine Auswahl von ungefähr 40 farbigen Blättern und Graphiken, die in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre entstanden.
Sie schließt sich thematisch an die Ausstellung "Der Alltag der frühen zwanziger Jahre" aus dem Jahr 2000 an und zeigt das bewegte Leben in dieser "goldenen" Zeit. Spontane Handlungsabläufe, zufällige Situationen und Bewegungen waren es, die Hegenbarth durch intensives Beobachten in wesentlichen Zügen festhielt. Neben Szenen aus dem "Café König" und dem "Café Rumpelmayer" mit geschwätzigen Damen und lesenden Herren in leuchtender, bisweilen greller Farbigkeit finden sich Darstellungen aus Kabaretts, wie dem "Regina-Kabarett", nächtliche Straßenszenen und Einblicke in zweifelhafte Etablissements. Die prickelnde und wollüstige Atmosphäre hat Josef Hegenbarth in der Darstellung der Menschen eingefangen und in einer geradezu ausschweifenden Farbigkeit wiedergegeben. Badeimpressionen am Dresdner Elbufer und "Vogelwiesenblätter" charakterisieren heiter und leicht ironisierend eine andere Seite der "Zwanziger Jahre". Nicht mehr die bis ins Groteske überhöhten Gestalten treten uns entgegen, sondern bewegte Menschenmassen, die er in Vergnügungsräumen, Sport- und Rummelplätzen, aber auch in Parkanlagen, in der Straßenbahn und auf der Straße beobachtete.
Ergänzt wird die Werkgruppe von Aquarellen und Leimfarbenblättern durch ausgewählte Radierungen und Lithographien aus diesem Zeitraum.
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Josef Hegenbarth illustriert Schiller. Ausstellung im Josef-Hegenbarth-Archiv Dresden 10.05.-31.10.2005
Anlässlich des 200. Todestages von Friedrich Schiller präsentiert das Josef-Hegenbarth-Archiv eine Auswahl farbiger Blätter aus dem Zyklus zur Geschichte des Dreißigjährigen Krieges sowie einige Federzeichnungen und graphische Blätter zu Gedichten und Balladen des Dichters. Hegenbarth beschäftigte sich Mitte der 20er und in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts intensiv mit den Werken Schillers.
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Glückliche Verbindung. Kunsthochschule präsentiert Hegenbarth-Stipendiaten und Ausstellung mit Blättern des berühmten Illustrators. Von Lisa Werner-Art
In diesem Jahr ist wahr geworden, was sich schon bei der vergangenen Verleihung andeutete. Die Präsentation der Hegenbarth-Stipendiaten 2004 hat einen neuen, noch würdigeren Rahmen gefunden. Die Hochschule für Bildende Künste Dresden erlebte eine Doppeleröffnung: Während im Senatssaal eine Präsentation von Amalia Barboza und Jan Brokof den Rahmen für die Verleihung des Hegenbarth-Stipendiums an die beiden jungen Künstler bildete, wurde anschließend im Galerieflügel an der Brühlschen Terrasse die Schau "Josef Hegenbarth - Grafische Blätter und Zeichnungen zur Literatur" mit Leihgaben aus dem Hegenbarth-Archiv des Kupferstich-Kabinetts eröffnet.
Eine "glückliche Verbindung" nannte Rektor Ulrich Schießl diese Doppelausstellung zu Recht, nicht zuletzt, weil die Doppelung auch die Maßstäbe dieses von der Dresdner Stiftung für Kunst und Kultur der Stadtsparkasse vergebenen Meisterschüler-Projektstipendiums verdeutlicht. Dass diesmal zumindest einer der mit je 3000 Euro Bedachten, Jan Brokof, auch selbst bisher vor allem mit zeichnerischen und grafischen Qualitäten in seinen modern aufgefassten Holzschnitten glänzt, ist eine zusätzliche glückliche, wenn auch nicht zwingende Verbindung zum Namensgeber.
Überzeugen mussten die in Argentinien geborene Amalia Barboza (*1972), seit 1996 in Dresden ansässig und Meisterschülerin bei Eberhard Bosslet, sowie der aus Schwedt stammende Jan Brokof (*1977), Meisterschüler von Ralf Kerbach, eine Jury, der Peter Bömmels, Eberhard Bosslet, Ulrike Grossarth als Professoren der Kunsthochschule, Harald Marx als Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister und Gisbert Porstmann als Leiter der Städtischen Galerie Dresden angehörten. Barboza und Brokof zählen zu insgesamt 17 bisher mit diesem Stipendium ausgezeichneten Meisterschülern, unter denen auch Thomas Scheiblitz war, der 2005 die Bundesrepublik auf der Biennale in Venedig vertreten wird.
Mit den Arbeiten der beiden Geehrten kann man sich ohne Abstriche anfreunden. Amalia Barboza, die 2003 ihr Diplom ablegte, bewegt sich auf zwar soziokulturell ungesichertem, aber aktuellem künstlerischen Terrain. Ausländer und ihre nach Dresden mitgebrachten Erinnerungsstücke aus dem Heimatland sind das Feld ihrer künstlerischen Arbeit. Daraus hat sie das Projekt Zuhause entwickelt, dessen Ergebnisse sie auch im öffentlichen Raum platzieren möchte. Die in der Ausstellung anlässlich der Stipendiatenverleihung vorgestellten Teilaspekte machen neugierig darauf. Dachwohnung heißt die hier gezeigte Rauminstallation, wo man, bequem im Sessel sitzend, Videos ansehen kann. Die zeigen verschiedene Dresdner Wohnsituationen unterm Dach, wobei es sich offensichtlich um die von Altersgefährten handelt. Dass die Installation eigentlich auch für einen Raum unterm Dach konzipiert ist, was ja für den Senatssaal nicht zutrifft, beeinträchtigt ihre Wirkung höchstens bedingt, ist es doch einfach interessant, die Kameraschwenks von Amalia Barboza und die Antworten auf ihre Fragen zu verfolgen.
Eine zweite Arbeit Pause hatte sie für die Galerie junge Kunst im Schauspielhaus entwickelt. Aber nicht nur das: Sie handelt auch dort. Kleine Leuchtkästen zeigen Mitarbeiter der Garderobe und des Einlassdienstes während der Vorstellung also ihrer Pause, teils lesend, teils sich ausruhend. Daneben hat die Künstlerin jeweils einen Text platziert. Der ist Ergebnis eines Gesprächs mit den jeweiligen Theaterangestellten. Die Zitate beziehen sich auf Themen wie Theaterpraxis, Erwartungen an Theater oder auch andere kulturelle Interessen.
Jan Brokof, seit 2004 Meisterschüler, präsentiert zur Preisträgerausstellung einen Block von Hundert märkischen Zeichnungen. Die gehören zum Projekt Zimmer, womit er die Betrachter seiner Arbeiten weiter daran teilhaben lässt, was Hinter Fassaden geschieht. Letzteres ist zur Erinnerung der Titel der derzeitigen Ausstellung in der Dresdner Galerie von Patrick Daniel Baer, in der er sich gemeinsam mit Eckehard Fuchs präsentiert. Auch in dem in der Hochschule gezeigten Block von Zeichnungen montiert auf eine hellrosa gehaltene Platte, die an eine Zimmerwand erinnert verarbeitet Brokof wieder Kindheits- und Jugenderfahrungen aus seiner Geburtsstadt Schwedt. In abstrahierter, manchmal fast karikaturhafter Form betrachtet er mit durchaus kritischem, aber auch humorvollem Blick den Alltag in der Oderstadt, der auch seiner war.
So wird man als Betrachter zum Voyeur, wenn ein junger Mann seine Pracht vorm Spiegel bewundert, kann ihm (oder einem anderen) in die Badewanne, die übrigens häufig vorkommt, folgen. Männer beim Würfelspiel beobachten, sich an Zeiterlebnisse erinnern, sieht eine Leiter an einer (der?) Mauer, ebenso die berühmten SED-Vereinigungshände oder kann sich wundern, dass einst eine Familie in den eigentlich zu engen Trabi passte. Diese Zeichnungen rühren an. Zugleich überzeugen sie dank der gewonnenen Form, heben sich wohltuend von derzeit weit verbreiteten Infantilismen ab. Da zeichnet einer, der bewusst karikierende und disproportionale Formen einsetzt.
Humorvolles, oft Groteskes kennt man von Josef Hegenbarth (1884-1962). Und so ist die Erinnerung an ihn, der zwischen 1946 und 1949 für drei Jahre eine Professur an der Hochschule hatte, auch aus diesem Grund hier am richtigen Platz. Die Mitarbeiter des Kupferstich-Kabinetts haben eine Auswahl an Arbeiten zur Literatur zusammengestellt, die im Grunde Hegenbarths gesamte Dresdner Schaffenszeit seit 1919, die nur zwischen 1943 und 1945 unterbrochen war, umfasst. Der Bogen wird gespannt von einer Auswahl von Blättern zum Nibelungenlied (1922) oder Kaltnadelradierungen zu Baron Münchhausen (1923/24) bis zu Illustrationen zum Reinecke Fuchs aus den späten 50er Jahren, die wohl zum Stärkstem gehören, was dieser Zeichner und Grafiker hervorgebracht hat.
Gerade diese späten Arbeiten zeigen jenen Strich, an dem man unschwer einen Hegenbarth erkennt. Ergänzt werden die grafischen Blätter durch einige farbige Arbeiten auf Papier, die Alltagsszenen, etwa einen Fleischer beim Zerlegen einer Keule, zeigen. Verwiesen sei darauf, dass Zeichnungen und farbige Blätter Hegenbarths derzeit mit großem Erfolg auch in der Galerie der BASF GmbH Schwarzheide gezeigt werden. Und ebenso im Hegenbarth-Archiv an der Dresdner Calberlastraße ist Interessantes zu sehen: Trümmerfrauen und Ruinenlandschaften. Es sind Blätter von zwei Großen: Wilhelm Rudolph und Josef Hegenbarth.
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Nicht gefällige Abbilder. Josef-Hegenbarth-Schau in der BASF-Galerie Schwarzheide. Von Klaus Trende
Ein Aufatmen ermöglichen diese Bilder. Kunst als Entdeckungsreise, Ausdruck des Verborgenen, Ahnung von der immer wieder neu zu findenden Form für Schönheit, Trauer, Wandel, Figur, Charakter, Erschütterung, Eros, Entwicklung. Die BASF-Galerie Schwarzheide präsentiert 80 Zeichnungen und farbige Blätter von Josef Hegenbarth (1884-1962).
Der Dresdener Künstler gehört zu den Maß gebenden Zeichnern und Malern des 20. Jahrhunderts auf dem Kontinent. Sein Werk rangiert glanzvoll im Kanon solcher Namen wie Käthe Kollwitz, Ernst Barlach oder der noblen Phalanx deutscher Expressionisten von Brücke bis Blauer Reiter. Alle Arbeiten sind Leihgaben des Kupferstich-Kabinetts der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt wesentlicher Motivgruppen aus dem Schaffen Hegenbarths von 1919 bis 1962. Alltag, Menschengruppen, Tierstudien, Porträts und literarische Illustration dominieren das künstlerische Sujet. Leichthändig setzt der Zeichner die Linien, sparsam arbeitet er mit Farbnuancen, überzeugend leuchtet hinter der Erscheinung des Sichtbaren das gültige Wesen. Kaum ein Zeichner und Maler nach Hegenbarth vermochte so virtuos zu überhöhen und pointiert Räume menschlicher Charaktere auszuloten. Seine Pinselzeichnungen sind Meisterwerke. Realistisches Spiel, phantasiereicher Witz, Beobachtungsschärfe und Gespür für das Besondere einer Situation zeichnen die Blätter durchweg aus. Sie haben eine lässige Präzision, sind gesättigt vom Wissen um die Sache. Hegenbarths wichtigste ist der Mensch: Ich liebe die Menschen und zeichne diese, wo immer ich sie finde
Alter Mann, vor einem Tisch sitzend (Pinsel in Tusche) heißt ein Blatt von 1936. Gelassenheit mischt sich in die Bürde einer Existenz. Keine Charaktermaske, kein Lavieren, dafür Klarheit und Geheimnis zugleich; den Weg vom Fakt zum Artefakt gemeistert. Die geschlossenen Augen, das müde Gesicht, der hagere Körper an die Stuhllehne geschmiegt, der lädierte Hut, die soziale Szenerie nur angedeutet, aber in einer einzigen Haarsträhne das Sinnbild von diesem Dasein gebündelt. Das ist unerhört, das ist unerklärbar, das ist Kunst.
Wie Privates und Gesellschaft ineinander gleiten und zu atmosphärisch dichten Bildern werden, auch dies spricht von Josef Hegenbarths Einmaligkeit. Wo andere entfalten, erzählen und in die Breite malen, da konzentriert und verdichtet er. Es ist die Reinheit des Stils, die aus Naturbeobachtung und wirklichem Abstraktionsvermögen folgt.
Aus dieser Haltung heraus entscheidet sich Hegenbarth auch für die Farbe: nur da, wo es drauf ankommt, an den Springpunkten, wo Situationen definiert, Menschen erkannt oder enträtselt, Phantasien bekräftigt werden. Zuhörer (Pinsel in Leimfarbe, 1948) ist dafür exemplarisch. Fünf Figuren in aufmerksamer Pose. Aber es ist nur die eine, mit schwarzem Haar und geblümten Kleid, grazil die Hand, andächtig die Augen über den blassblauen Bildgrund gerichtet. Alle andern sind Fragment, erkennbar und in seltsamer Gänze dazugehörig. Kinder, Straßenbahnhaltestellen, Wärmestuben, Badende, Kutscher, Mädchen, Nonnen, Marktplätze und Zirkusabende werden so besichtigt, entzaubert und zugleich in ein neues Wunder verwandelt. In jenes des lebendigen Lebens.
Die Porträts gehören zu den Glanzstücken dieser Ausstellung. Es scheint wie ein Spiel, in dem sich zarte und kräftige Linien bruchlos begegnen. Mit wenigen Strichen oder Tuschflächen werden Tiefenschichten psychologisch erkundet. Es geht nicht um gefällige Abbilder, sondern um die Wahrheit. Frauenkopf in Hand gestützt (Pinsel in Tusche, 1954) und Alte Frau, Kopf aufgestützt (Pinsel in Grau und Schwarz, 1957) erinnern an die altmeisterliche chinesische Tuschmalerei; Reduktionen auf das Einfachste, ohne simpel zu sein. Zeichnen als Prozess von Fühlen, Denken und seelischer Bewegung. Das Handwerk sei dem Genie angeboren.
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Der Maler Josef Hegenbarth. Ausstellung im Josef-Hegenbarth-Archiv Dresden bis 30.04.2004
Erstmalig seit der Eröffnung des Josef-Hegenbarth-Archivs im Jahre 1998 werden Gemälde von Josef Hegenbarth präsentiert. Die Leihgaben der Galerie Neue Meister, ergänzt durch einzelne Werke aus dem Hegenbarth-Archiv, zeigen den Künstler von einer weniger bekannten Seite. Die Auswahl umfasst Arbeiten aus den 1920er Jahren bis um 1950, als Hegenbarth das Malen aufgab und sich nahezu ausschließlich der Zeichnung zuwandte. Neben Tierdarstellungen findet der Betrachter Genreszenen, Varieté- und Caféhaus-Motive, Badende, aber auch Darstellungen aus der schweren Nachkriegszeit.
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Tierzeichnungen. Ausstellung im Josef-Hegenbarth-Archiv Dresden 08.03.-30.06.2002
Als Johanna Hegenbarth 1988 starb, hinterließ sie testamentarisch dem Kupferstich-Kabinett den von ihr bis dahin gepflegten und bewahrten künstlerischen Nachlass Josef Hegenbarths und das Grundstück mit der Maßgabe, das Werk ihres Mannes Josef Hegenbarth wissenschaftlich zu bearbeiten und in Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Der Nachlass des Malers, Zeichners und Graphikers Josef Hegenbarth (1884-1962) umfasst ca. 50 Gemälde, über 2.300 graphische Blätter, ca. 500 Deckfarbenblätter, 2000 Tusch-pinselzeichnungen und etwa 5000 Illustrationen zu Werken der Weltliteratur. Josef Hegenbarth gehört zu den bedeutendsten deutschen Künstlern und Buchillustratoren in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Seit dem 3. Dezember 1998 ist das Hegenbarth-Haus nach gründlicher Sanierung unter denkmal-pflegerischen Aspekten für die Öffentlichkeit zugänglich. Dabei wurden die Wohnräume im 2. Obergeschoss im Zustand, wie sie Johanna Hegenbarth hinterlassen hatte, mit den authentischen Möbeln, dem Arbeitstisch mit den Materialien des Künstlers sowie mit seinen gesammelten Kunstgegenständen erhalten. Im gesamten 1. Obergeschoss konnten Ausstellungsräume eingerichtet werden, in denen seit Dezember 1998 bereits zehn Ausstellungen mit Werken Josef Hegenbarths gezeigt wurden.
Leider können zurzeit das Haus und die Ausstellung nur donnerstags dem interessierten Publikum geöffnet werden.
Für die neue Ausstellung wurden aus dem umfangreichen Bestand von Tierzeichnungen ca. 40 Blätter ausgewählt, die zwischen 1930 und 1962, dem Todesjahr des Künstlers, entstanden. Neben Tieren aus dem Zoo wie Hyäne, Affen, Tiger oder Uhu finden sich auch Haustiere wie Pferde, Katzen oder Hühner. Nach 1933 hatte sich Hegenbarth besonders Tierdarstellungen gewidmet, da er zunehmend durch Angriffe in der NS-Presse diffamiert wurde. Die Zuneigung zum Tier verband sich in den überwiegend farbigen Blättern mit einer treffenden Charakterisierung, wobei der Künstler nie der Gefahr der Vermenschlichung verfiel.
Zur Vorstellung des Hauses und zu einem Gespräch über die weiteren Vorhaben des Josef-Hegenbarth-Archivs (Werkverzeichnis der Druckgraphik) im Rahmen der neuen Ausstellung Tierzeichnungen von Josef Hegenbarth laden wir für Donnerstag, den 7. März 2002, um 10 Uhr, in das Josef-Hegenbarth-Archiv, Calberlastraße 2, herzlich ein.
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Mensch und Tiere. Ausstellung im Josef-Hegenbarth-Archiv Dresden 22.06.-23.11.2000
"Das Leben in seiner Mannigfaltigkeit einzufangen, reizt mich von jeher. Sei es das tägliche Leben, das mich umgibt, Erlebnisse hie und da im Zirkus, Theater, auf Rummelplätzen, im Zoo ..." schrieb Josef Hegenbarth 1959. So stehen in dieser Ausstellung Mensch und Tier im Mittelpunkt. Der Akt, das Bildnis, der schwer arbeitende Mensch und Kinderdarstellungen sind vertreten. Eine kleine Anzahl von Blättern, die im Zoo spielen, Tier und Mensch bei der Arbeit ergänzen die Tierdarstellungen Hegenbarths, die uns in ihrer beglückenden Natürlichkeit gefangennehmen.
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Märchenillustrationen von Josef Hegenbarth. Ausstellung im Josef-Hegenbarth-Archiv Dresden 02.12.-26.03.2000
Josef Hegenbarth zählt zu den bedeutendsten deutschen Märchenillustratoren unseres Jahrhunderts. Das Josef-Hegenbarth-Archiv zeigt im Rahmen seiner Kabinettausstellungen in den Räumen der Calberlastraße 2 in Dresden-Loschwitz ab 2. Dezember 1999 Illustrationen und farbige Blätter zu Märchen von J.K.A. Musäus, W. Hauff, E.T.A. Hoffmann und den Gebrüdern Grimm.
Die Auswahl der Werke umfasst den Zeitraum von 1930 bis 1960 sowie frühe Radierungen. Neben bekannten Märchen von Aschenputtel, Rotkäppchen, Schneewittchen u. a. werden auch Illustrationen zu unbekannten Texten wie "Der Krautesel", "Der wunderliche Spielmann" und "Die Wassernixe" zu sehen sein. Leimfarbenblätter, farbige Pinselzeichnungen, Feder- und Pinselzeichnungen in Tusche und Radierungen geben einen umfassenden Einblick in das Oeuvre Hegenbarths.
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Hegenbarth illustriert Goethe. Ausstellung im Josef-Hegenbarth-Archiv Dresden 24.06.-25.11.1999
In den Ausstellungsräumen des Josef-Hegenbarth-Archivs, Calberlastraße 2, in Dresden-Loschwitz wird eine kleine Ausstellung mit Illustrationen von Josef Hegenbarth zu Werken von Johann Wolfgang von Goethe gezeigt. Anlaß für die Ausstellung sind der 115. Geburtstag von Josef Hegenbarth, der sich am 15. Juni 1999 jährte, sowie der 250. Geburtstag von J. W. v. Goethe am 28. August 1999.
In der Ausstellung werden die Mappenwerke zu Goethes Faust I. Teil, 6 Lithographien von 1922, Goethes Balladen und Reineke Fuchs, jeweils von 1923, präsentiert, die als Kaltnadelradierungen entstanden. Gezeigt werden farbige und schwarz-weiße Pinselzeichnungen zum Reineke Fuchs und zum Faust I. und II. Teil, Federzeichnungen der Illustrationen der Faustausgaben der Leipziger Presse von 1961/63. In den Vitrinen sind die Bücher der Fausteditionen des Verlages der Kunst, Dresden, und des Reineke Fuchs, Insel Verlag, Leipzig, zu sehen. Kaltnadelradierungen zum Erlkönig, Heideröslein, König in Thule und ein Ölgemälde Reineke Fuchs im Foyer runden die Ausstellung ab.
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Eröffnung des Josef-Hegenbarth-Archivs
Anläßlich des 10. Todestages von Johanna Hegenbarth am 27. November 1998 wird am 3. Dezember 1998 nach langjähriger Schließung das Josef-Hegenbarth-Archiv in Dresden-Loschwitz, Calberlastraße 2, wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Nach dem Tode der Witwe des Künstlers hatte das Dresdner Kupferstich-Kabinett aufgrund testamentarischer Verfügung das gesamte Archiv mit dem Nachlaß des bedeutenden Graphikers und Illustrators Josef Hegenbarth erhalten.
Der umfangreiche künstlerische Nachlaß enthält rund 580 größere und kleinere farbige Blätter, etwa 1700 Zeichnungen, 5300 Illustrationen zu Werken der Weltliteratur, mehr als 1000 graphische Blätter sowie etwa 150 Gemälde und zahlreiche Skizzenbücher. Die Wirkungsgeschichte Hegenbarths dokumentieren die verschiedenen Ausgaben der von ihm illustrierten Bücher. Außerdem verfügt das Archiv über den schriftlichen Nachlaß des Künstlerehepaares.
Das Haus in der Calberlastraße hatte Hegenbarth 1921 zusammen mit einem Verwandten gekauft. Hier arbeitete und wohnte er, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, bis zu seinem Tode. 1991 begann die grundlegende Sanierung und Rekonstruktion des mehr als einhundertfünfzigjährigen Hauses nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten. Dank der großzügigen finanziellen Hilfe des Staatshochbauamtes und des Staatlichen Liegenschaftsamtes Dresden konnte es annähernd in seiner ursprünglichen Gestalt wieder hergestellt werden.
Gemäß dem Testament wurden im ersten Obergeschoß Ausstellungsräume für kleinere Wechselausstellungen eingerichtet, in denen nach und nach das künstlerische Schaffen Josef Hegenbarths gezeigt werden soll. Die Wohnräume und das Atelier im zweiten Obergeschoß repräsentieren weitgehend den originalen Zustand, wie ihn Johanna Hegenbarth hinterlassen hat. In den neu geschaffenen Depots und Arbeitsräumen wird nun der künstlerische Nachlaß Josef Hegenbarths bewahrt und wissenschaftlich erschlossen.
Bedingt durch die Baustatik kann das Haus in der Calberlastraße der Öffentlichkeit nur eingeschränkt zugänglich gemacht werden. Nach Voranmeldung im Kupferstich-Kabinett
(Tel: 03 51 / 4 91 42 11) werden die Ausstellungsräume jeweils donnerstags von 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr für Wissenschaftler und interessierte Besucher geöffnet sein.
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